
Ein Austausch mit dem Integrationsbeauftragten des TKW Nienburg e.V., Herrn Karl Theuerkaufer und Frau Jennifer Hedderich, Teamleitung „Integration durch Sport“ des Landessportbundes Niedersachsen.
Das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ ist ein etabliertes, bundesweit wirksames Instrument zur Förderung von Integration, Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Mit Blick auf die anstehenden haushaltspolitischen Entscheidungen tauschten wir uns aus über: die Wirkung des Programms, die Risiken einer Abschwächung und die erforderlichen politischen Unterstützungsbedarfe.
Das Bundesprogramm Integration durch Sport (IdS) existiert seit 1989 und wird vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gesteuert. Finanziert wird das Programm vom Bundesministerium des Innern und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit derzeit 10,9 Mio. EUR jährlich.
Gefördert werden über die 16 Landessportbünde und -jugenden bundesweit mehr als 1.400 Vereine aller Sportarten und Altersgruppen.
Die Vereine, wie auch der TKW Nienburg, setzen (sportliche) Angebote für Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte um, tragen so zu Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt bei und stärken die soziale Infrastruktur in ihren Kommunen.
Wir wissen alle: Sport bietet vielfältige Chancen. Er hilft im Alltag zu unterstützen, senkt Barrieren und verkleinert die Schwellenangst, schafft Begegnungen und fördert das gegenseitige Verständnis. Durch gemeinsame Aktivitäten im Sport – und darüber hinaus – werden Brücken geschlagen zu einer aktiven Teilhabe und dem Kennenlernen unserer Kultur und Lebensweise.
Diese Brücken sind essenziell, damit Integration gelingt und sich ein starkes, inklusives Gemeinwesen entfalten kann.
Herr Theuerkaufer berichtete uns, dass in den Jahren 2017 bis 2025 der TKW Nienburg ein Stützpunktverein im Programm des Landessportbundes (LSB) war. In dieser Zeit konnten ca. 400 Kinder, heranwachsende Jugendliche und Erwachsene gefördert werden. Die Unterstützung erreichte zu Beginn der Fluchtbewegung unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auch in Kooperationen mit Partnern in der Stadt Nienburg.
Dann konnten Frauen mit Migrationshintergrund aus dem Nahen Osten in einer geschützten Atmosphäre Sport treiben und zuletzt haben 180 Flüchtlinge aus der Ukraine Sportangebote beim TKW wahrgenommen.
Darüber hinaus hat der Verein durch die Ausbildung von zwei Übungsleiterinnen aus der Ukraine eine Bereicherung des Sportangebotes erhalten.
Insgesamt wurden in dieser Zeit 19 Gruppen in verschiedenen Projekten gefördert: es wurde Hilfe bei Umzügen, Anmeldungen im Kindergarten, der Schule, Praktika und Ausbildungssuche, beim Jobcenter und Sozialamt und mehr geleistet.
Vor Ort, in den Vereinsräumlichkeiten, konnten wir uns von den vielfältigen Angeboten überzeugen. Ohne das umfangreiche ehrenamtliche Engagement könnte diese Arbeit nicht geleistet werden. Mein Dank gilt besonders dem Integrationsbeauftragten Herrn Theuerkaufer und seinen vielen Unterstützer*innen ohne die die Umsetzung des Programms nicht gelingen würde. Auch danke ich Frau Hedderich vom LSB. Ohne ihre Unterstützung und Koordination im Hintergrund wäre vieles nicht möglich.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Programm weiter finanziert werden kann und auch vielen Vereinen in Niedersachsen zur Verfügung steht.